Arnica montana
- Arnika
- Bergwohlverleih
- Arnicae
- Temperaturwarm
- Geschmackleicht bitter, leicht scharf
- FunktionskreisHerz, Lunge, Perikard
- KategorieHeilkräuter
- FamilieAsteraceae, Korbblütengewächse
- PflanzenteileBlüten, Wurzel, ganze Pflanze
- HerkunftHeimisch von Skandinavien bis Südeuropa, Südrussland und Mittelasien
Eigenschaften
zytotoxisch, stimulierend, entspannend, aufbauend, erwärmend, adstringierend / zusammenziehend, bewegend, trocknend, hyperämisierend / durchblutungsfördernd, antiseptisch / desinifzierend / keimtötend, antimykotisch / wirksam gegen Pilzinfektionen, analgetisch / schmerzstillend, antiinflammatorisch / entzündungshemmend Humorale Qualität: Blüten warm 3°, trocken 3°; Kraut und Wurzeln warm 2°, trocken 2°; etwas zusammenziehend, stopfend
Inhaltsstoffe
Sesquiterpenlactone, besonders Helenalin und Dihydrohelenalin sowie deren Ester; ätherisches Öl, Flavonoide, Cumarine, Phenolcarbonsäuren
TCM Wirkungen
1 Blut bewegen
Wenn Qi-Stagnationen über längere Zeit anhalten kann dies zu Blut-Stagnation führen. Yang-Mangel, Blut-Mangel, Schleimansammlung, Magen-Feuer, Nahrungsretention und anhaltende emotionale Einflüsse können zu Blut-Stagnation führen. Diese manifestiert sich als Herz-Blut-Stagnation, Leber-Blut-Stagnation oder Magen-Blut-Stagnation.
Heilkräuter Beispiele:
Achillea millefolium, Arnica Montana, Crocus sativus, Ruta graveolens
Klinische Manifestationen:
Schmerzen, Disposition für Thrombose, Arthrose, Disposition für Krebs, Krebserkrankungen
Herz-Blut-Stagnation:
Angina pectoris, stechende Schmerzen in der Herzgegend, Beklemmung und Druckgefühl in der Herzgegend mit Ausstrahlung in den Arm
Zunge: blauviolett, blauviolette Punkte, gestaute Zungenvenen; Belag: wenig
Puls: unregelmässig, holprig, rau, drahtig, dünn
Leber-Blut-Stagnation:
Menstruationsschmerzen, dunkles Menstruationsblut mit Klumpen, unregelmässige Menstruation, Bauchschmerzen, Druck verschlechtert, Colon irritabile, Nasenbluten
Zunge: blauviolett, blauviolette Punkte an den Rändern, gestaute Zungenvenen; Belag: wenig
Puls: rau, drahtig
Magen-Blut-Stagnation:
Blut im Stuhl, Teerstuhl, Schmerzen in der Magengegend, bohrend, stechend, Druck verschlechtert
Zunge: blauviolett, blauviolette Punkte in der Mitte, gestaute Zungenvenen; Belag: wenig
Puls: rau, drahtig
innerlich spagyrisch: Angina pectoris, Herzerkrankungen koronar, Arteriosklerose, Kreislaufschwäche, Blutzirkulation vermindert, Durchblutungsstörungen zerebral, Hemiplegie nach Apoplexie, Hämatom im Körperinneren (spagyrisch einnehmen und gurgeln),
äusserlich Tinktur: Kehlkopfentzündung, Angina tonsillaris, Tonsillitis, Mandelentzündung, Stomatitis, Mundschleimhautentzündung, Pharyngitis, Rachenentzündung, Heiserkeit, Unfallfolgen, Verletzung stumpf, Verstauchung, Zerrung, Prellung, Quetschung, Distorsion, Verrenkung, Knochenbrüche, Bluterguss, Hämatom, Gehirnerschütterung (Umschläge auf Nacken und Kopf und innerliche Einnahme), Frakturödeme, Bursitis, Schleimbeutelentzündung, Periostitis, Knochenhautentzündung, Sehnenscheidenentzündung, Wundheilung schlecht, Insektenstich, Ulkus cruris, Beine offene, Phlebitis, Venenentzündung, Furunkel, Karbunkel, Abszess, Eiterung, Herpes labialis, Verbrennung leicht, Gelenkentzündung, Schulterschmerzen, Epicondylitis, Tennisellbogen, Paralyse, Lähmung, Thrombophlebitis, Phlebitis, Venenentzündung mit thrombischem Verschluss, kalte Füsse, Tinnitus (getränkter Wattebausch in Gehörgang)
1 Wind-Kälte/Hitze-Nässe eliminieren (Rheuma/Bi-Syndrom)
Schmerzen können wandern oder am Ort fixiert sein. Wind-Kälte-Nässe kann sich in Wind-Hitze-Nässe transformieren.
Je nach Symptombild werden kühle und entzündungshemmende, oder warme und stimulierende, antirheumatische Heilkräuter eingesetzt.
Heilkräuter Beispiele:
Boswellia sacra, Cimicifuga racemosa, Harpagophytum procumbens, Juniperus communis
Klinische Manifestationen:
rheumatische Beschwerden, Muskelrheuma, Myalgie, Muskelschmerz, Spasmen der Sehnen, Taubheit der Muskeln, Weichteilrheumatismus, Fibromyalgie, Gelenkschmerzen, Gelenkrheumatismus, Arthrose, Arthritis, degenerative Gelenkerkrankungen, Gicht, Neuralgien, Ischias
Zunge, Puls: unterschiedlich - je nach Situation und Ursache.
äusserlich Tinktur: rheumatische Arthritis, Gicht, Myalgie, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Lumbago, Ischias, Rheuma
2 Qi regulieren und bewegen
Eine Qi-Stagnation kann durch Bewegungsmangel, durch alle starken Emotionen und Qi-Mangel entstehen. Darüber hinaus führen äussere pathogene Faktoren sowie pathogener Schleim fast immer zu einer Qi-Stagnation. Typischerweise verschlechtern sich alle Symptome bei Druck und Stress, sie bessern durch Bewegung.
Rebellierendes Qi kann durch verschiedenste Ursachen den Magen und die Lunge belasten und kann bei deren Syndrommustern auftreten.
Heilkräuter Beispiele:
Alchemilla xanthochlora, Centella asiatica, Chamomilla recutita, Marrubium vulgare, Origanum majorana, Vitex agnus-castus
Klinische Manifestationen:
Leber-Qi-Stagnation:
emotionale Schwankungen, Irritiertheit und emotionale Ausbrüche, stimmungslabil, reizbar, Frustration, Depression, Seufzen, Spannungsgefühl und Schmerzen im Hypochondrium, Interkostalneuralgie, Erstickungsgefühl, PMS, Brustknoten, Dysmenorrhö, unregelmässige Menstruation, Amenorrhö, Hypomenorrhö, Globusgefühl im Hals, Druck im Solarplexus, Struma, Schluckschwierigkeiten, Mastitis, Laktationsstörung, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus, Hyperthyreose, Verstopfung (schafskotähnlich), Colon irritabile, Hernienschmerz, Menopausebeschwerden
Zunge: normal, Zungenränder ev. rot oder rote Punkte
Puls: drahtig
Qi-Stagnation des Dünndarms:
Verstopfung, Druck verschlechtert, fehlende Stuhl- und Gaspassage, Darmparasiten, Koterbrechen
Verschluss, akute Blinddarmentzündung
Zunge: normal, Belag: weiss oder gelb
Puls: drahtig
Rebellierendes Magen-Qi
Übelkeit, Erbrechen, Rülpsen, saures Aufstossen, Völlegefühl, Spannung und Schmerz im Epigastrium und Bauch, Diarrhöe oder Verstopfung
Zunge: unterschiedlich
Puls: drahtig
Rebellierendes Lungen-Qi
Asthma, Husten, Erstickungsgefühl in der Brust
Zunge: unterschiedlich
Puls: drahtig
innerlich spagyrisch: Brustenge, Bronchialasthma, Pertussis, Keuchhusten, Lungenemphysem, Blutdruckstörungen, Hypertonie, Bluthochdruck, Hypotonie, Bluttiefdruck
2 Qi tonisieren
Qi-Mangel ist oftmals eine Folge von schlechter Ernährung, Überarbeitung, zu vielem Sitzen, von starker oder langandauernder mentaler und psychischer Belastung, von Stress, und chronischer Erkrankung. Er manifestiert sich vorwiegend in den Funktionskreisen Milz, Lunge, Herz, Magen und Niere.
Ein allgemeiner Qi-Mangel zeigt sich in Müdigkeit, körperlicher Schwäche, kraftloser Stimme, und/oder blassem Gesicht.
Heilkräuter Beispiele:
Angelica archangelica, Carduus benedictus, Imperatoria ostruthium, Inula helenium, Rosmarinus officinalis
Klinische Manifestationen:
Milz-Qi Mangel:
Mattigkeit, Appetitmangel, loser Stuhl, Blähungen, gestörte Darmflora, Verdauungsschwäche, Dyspepsie, Verdauungsenzymmangel, verminderte Gallebildung, Müdigkeit nach dem Essen, Anorexie, Hyperglykämie, Diabetes mellitus, Ödem, Lymphstau, Hämorrhiden, Prolaps, unruhiger Fetus, drohender Abort, verminderte Milchbildung, Neigung zu Hämatomen und Blutungen, Muskelschwäche der Extremitäten, Blässe
Zunge: blass, ev. geschwollen, Zahneindrücke; Belag: dünn
Puls: leer, schwach
Lungen-Qi Mangel:
Abwehrschwäche (Wei-Qi-Mangel), Erkältungsanfälligkeit (Wei-Qi-Mangel), spontanes Schwitzen, schwache Stimme, kraftloses Husten, flache Atmung, Kurzatmigkeit, Keuchatmung, Belastungsdyspnö, flüssiger klarer Schleim, Darmträgheit, Blässe
Zunge: blass, ev. geschwollen; Belag: dünn
Puls: leer, schwach
Herz-Qi Mangel:
Herzrasen, Herzstolpern, starkes Herzklopfen, Palpitationen, Schlaflosigkeit, Hypotonie, Ängstlichkeit, Panik, Beengungsgefühle, Nervosität, Belastungsdyspnö, Schwitzen, thorakales Engegefühl
Zunge: blass, geschwollen; Belag: dünn
Puls: leer, schwach, dünn
Magen-Qi Mangel:
Schmerzen im Oberbauch, Appetitmangel, Geschmacksverlust, Erbrechen, Übelkeit, Hypoazidität des Magens, Aufstossen, Reflux aus Sphinkterschwäche, Schluckauf, starke Müdigkeit vor allem morgens, schwache Extremtitäten
Zunge: blass, ev. geschwollen; Belag: dünn
Puls: leer, schwach, dünn
Nieren-Qi Mangel:
Schmerzen und Schwäche im unteren Rücken und in den Knien, Fersenschmerz, Kraftlosigkeit, unruhiger Fetus, drohender Abort, lockere Zähne, Potenzschwäche, Impotenz, Ejaculatio praecox, Fluor vaginalis, Tinnitus, Haarverlust, Schwindel, Vergesslichkeit
Zunge: blass, ev. geschwollen; Belag: dünn
Puls: leer, schwach, tief
innerlich spagyrisch: tonisiert Herz-Qi, Herzinsuffizienz, Kreislaufschwäche, Hypotonie, Bluttiefdruck, Bradykardie, Herzschlag verlangsamt, Palpitationen, Herzklopfen, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Energiemangel, Schwächeanfall, Erschöpfung, Föhnempfindlichkeit
3 Sommerhitze eliminieren
Sommerhitze wird meistens durch heisses Klima und/oder verdorbene Nahrung verursacht.
Heilkräuter Beispiele:
Hibiscus sabdariffa, Sambucus nigra, Verbascum densiflorum
Klinische Manifestationen:
Hitzeaversion, Sonnenbrand, Sonnenstich, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sommergrippe, hohes Fieber, Schwitzen, Unruhe, Reizbarkeit, Durst, trockene Schleimhäute, Oligurie, Dysenterie, Diarrhö
Zunge: rote Spitze und Ränder
Puls: schnell
äusserlich: Sonnenbrand
Kontraindikationen
Nicht während der Schwangerschaft anwenden. Vorsicht bei Herzinfarkt und Angina pectoris, kann Herzrythmusstörungen auslösen.
Nebenwirkungen
Innerlich bei zu hoher Dosierung: Schädigung der Schleimhäute, Magenschmerzen, Tenesmen, anhaltender spastischer, schmerzhafter Harn- und Stuhldrang, Diarrhö, Tachykardie, Zittern, Schwindel, Herzrythmusstörungen. Äusserlich: allergische Hautreaktionen, ödematöse Dermatitis mit Blasenbildung. Tinktur mindestens 1:10 verdünnen.
Zubereitung
| spagyrisch | Blüten ( flos. ) | innerlich: 3-5 Sprühstösse 3 x täglich 1-½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen. |
| Tinktur | Blüten frisch ( flos. rec. ) | äusselich: mindestens 1:10 mit Wasser verdünnen, einreiben oder Umschlag, Wattebausch ins Ohr. |
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