Atropa belladonna
- Tollkirsche
- Belladonnae
- Temperaturwarm, kalt
- Geschmackbitter
- FunktionskreisLeber
- KategorieHeilkräuter
- FamilieSolanaceae, Nachtschattengewächse
- Pflanzenteileganze Pflanze
- HerkunftWest- und Südeuropa, Balkan, Kleinadien, Skandinavien, Nordarika, Iran
Eigenschaften
toxisch, spasmolytisch / krampflösend, sedierend / beruhigend, diuretisch / harntreibend, narkotisierend Humorale Qualität: kalt 2-3°, trocken 2°
Inhaltsstoffe
In den oberirdischen Teilen Tropanalkaloide, vor allem Hyoscyamin, wenig Scopolamin; Gerbstoffe, Cumarine, Flavonoide. Atropin (DL-Hyoscyamin) entsteht zunehmend während der Trocknung und Aufarbeitung. In den Wurzeln neben Hyoscamin Cuskhygrin, keine Flavonoide
TCM Wirkungen
1 Inneren Wind unterdrücken
Innerer-Leber-Wind ist en sekundärer pathogener Faktor und kann aus aufsteigendem Leber-Yang, loderndem Leber-Feuer oder Leber-Blut-Mangel zusammen mit starken emotionalen Einflüssen, Stress, Überanstrengung oder exzessivem Alkoholkonsum entstehen .
Je nach Disharmoniemuster werden entsprechende Heilkräuter kombiniert.
Heilkräuter Beispiele:
Atropa belladonna, Chamomilla recutita, Piscidia piscipula, Viburnum opulus
Klinische Manifestationenen:
Innerer Wind durch aufsteigendes Leber-Yang oder Leber-Feuer:
Migräne, Schwindel, Hypertonie, Lichtempfindlichkeit, Sprachstörungen, Aphasie, Zungensteifigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Parästhesien, Apoplex, Hemiplegie, Epilepsie
Zunge: rot, trocken, Beweglichkeit eingeschränkt, zieht nach einer Seite, zittert; Belag: bei aufsteigendem Leber-Yang: ganz oder teilweise belaglos; bei Leber-Feuer: gelb, trocken
Puls: drahtig, schnell; bei aufsteigendem Leber-Yang: dünn; bei Leber-Feuer: voll
Innerer Wind durch Leber-Blut Mangel:
Urtikaria mit starkem Juckreiz, Tremor der Extremitäten, Tics, Muskelzuckungen, Krämpfe, Spasmen, Parästhesien, Schwindel, Sehstörungen, Sprachstörungen, Stottern, Zungensteifigkeit, Epilepsie, Apoplex
Zunge: blass, zittert; Belag:wenig oder belaglos, trocken
Puls: dünn, drahtig
Schmerzen mit hohem Fieber, Infekt, Entzündung, Angina tonsillaris, Tonsillitis, Mandelentzündung, Hautentzündung, Enzephalitis, Hirnhautentzündung, Harnwegsentzündung, Zystitis, Blasenentzündung, Gebärmutterentzündung, Colitis, Enteritis, Darmentzündung, Nierenschmerzen, Nervosität, Tic, Epilepsie, Parkinson, Gallenkolik, Magenkrämpfe, Hyperhidrosis, Schwitzen übermässig, Asthma bronchiale
Kontraindikationen
Wegen der toxischen Eigenschaft wird Atropa belladonna nur in prozessierter Form, z.B. spagyrisch, verabreicht.
Nebenwirkungen
Bei Einnahme der unverarbeiteten Droge können folgende Nebenwirkungen auftreten: Hautrötung, Mundtrockenheit, tachykarde Arrhythmien, Mydriasis (die 4 Frühsymptome einer Atropinvergiftung), Akkomodationsstörungen, Wärmestau durch Abnahme der Schweisssekretion, Miktionsbeschwerden und Obstipation. Bei hohen Dosen kommt es zu zentraler Erregung (Unruhe, Rededrang, Halluzinationen, Delirien, Tobsuchtsanfällen, gefolgt von Erschöpfung und Schlaf). Bei tödlichen Dosen (für Erwachsene ab 100 mg Atropin, je nach Atropingehalt etwa 5 bis 50 g der Droge, bei Kindern wesentlich weniger) besteht die Gefahr der Atemlähmung. Behandlung von Vergiftungen: Magenentleerung, temperatursenkende Massnahmen mit nassen Tüchern (keine Antipyretika!), bei Atemnot Sauerstoffbeatmung, Intubation, als Antidota Physostigminsalze parenteral, bei Krämpfen Diazepam, bei schwerer Erregung Chlorpromazin.
Zubereitung
| spagyrisch | ganze Pflanze ( plan. tot. ) | 5-7 Tropfen 3 x tgl. mit wenig Wasser 1-½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen. |
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