Hyoscyamus niger
- Bilsenkraut
- Hyoscyami
- Temperaturwarm, kalt
- Geschmackbitter
- FunktionskreisLeber
- KategorieHeilkräuter
- FamilieSolanaceae, Nachtschattengewächse
- Pflanzenteileoberirdische Teile
- HerkunftDiese Pflanze ist in Europa, West und Nordasien und Nordafrika heimisch und in Nordamerika, Ostasien und Australien eingebürgert.
Eigenschaften
toxisch, spasmolytisch / krampflösend, hypnotisch / schlaffördernd, sedierend / beruhigend, analgetisch / schmerzstillend, diuretisch / harntreibend, blutreinigend Humorale Qualität: kalt 1-3°, trocken 1°
Inhaltsstoffe
Tropanalkaloide (0,05 bis 0,28%): Hauptalkaloide (-)-Hyoscyamin, beim Lagern teilweise in Atropin übergehend, und Scopolamin; Flavonoide: u.a. Rutin (0,05%)
TCM Wirkungen
1 Inneren Wind unterdrücken
Innerer-Leber-Wind ist en sekundärer pathogener Faktor und kann aus aufsteigendem Leber-Yang, loderndem Leber-Feuer oder Leber-Blut-Mangel zusammen mit starken emotionalen Einflüssen, Stress, Überanstrengung oder exzessivem Alkoholkonsum entstehen .
Je nach Disharmoniemuster werden entsprechende Heilkräuter kombiniert.
Heilkräuter Beispiele:
Atropa belladonna, Chamomilla recutita, Piscidia piscipula, Viburnum opulus
Klinische Manifestationenen:
Innerer Wind durch aufsteigendes Leber-Yang oder Leber-Feuer:
Migräne, Schwindel, Hypertonie, Lichtempfindlichkeit, Sprachstörungen, Aphasie, Zungensteifigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Parästhesien, Apoplex, Hemiplegie, Epilepsie
Zunge: rot, trocken, Beweglichkeit eingeschränkt, zieht nach einer Seite, zittert; Belag: bei aufsteigendem Leber-Yang: ganz oder teilweise belaglos; bei Leber-Feuer: gelb, trocken
Puls: drahtig, schnell; bei aufsteigendem Leber-Yang: dünn; bei Leber-Feuer: voll
Innerer Wind durch Leber-Blut Mangel:
Urtikaria mit starkem Juckreiz, Tremor der Extremitäten, Tics, Muskelzuckungen, Krämpfe, Spasmen, Parästhesien, Schwindel, Sehstörungen, Sprachstörungen, Stottern, Zungensteifigkeit, Epilepsie, Apoplex
Zunge: blass, zittert; Belag:wenig oder belaglos, trocken
Puls: dünn, drahtig
Schmerzen, Fieber hohes, Hyperhidrosis, Schwitzen übermässig, Krämpfe, Meningitis, Hirnhautentzündung, Reizhusten, Kitzelhusten, Krampfhusten, Asthma bronchiale, Magengeschwür, Magenkrämpfe, Gastrointestinaltraktspasmen, Colitis, Enteritis, Darmentzündung, Diarrhö, Durchfall, Unterleibentzündung, Dysmenorrhö, Menstruationsblutung schmerzhaft, Reizblase, Zahnschmerzen, Gesichtsschmerzen, Orchitis, Hodenentzündung, Geschwür, Tumore, Seekrankheit, Nervosität
2 Shen/Geist beruhigen
Unruhiges Shen kann sich aus verschiedenen Ursachen entwickeln. Die Auswahl der Heilkräuter erfolgt entsprechend dem pathologischen Zustand und wird je nach Disharmoniemuster mit entsprechenden weiteren Heilkräutern unterstützt. Häufig besteht eine Disharmonie zwischen Herz und Niere, ein Leber-Blut Mangel, ein Herz-Blut Mangel oder aufbrausendes Feuer des Herzens.
Mangelnde Ernährung, starker Blutverlust, chronische Krankheiten, starke psychische Belastung können einen Herz-Blut Mangel hervorrufen, dadurch wird das Herz-Blut unfähig Shen/Geist zu beherbergen.
Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten warm bis kalt. Ihr Geschmack ist häufig bitter, süss jedoch teilweise auch scharf.
Unruhiges Shen kann sich aus verschiedenen Zusammenhängen heraus entwickeln. Häufig besteht eine Disharmonie zwischen Herz und Niere, ein Mangel an Nieren-Yin, Herz-Blut oder Leber-Blut oder Herz-Feuer.
Mangelnde Ernährung, starker Blutverlust, chronische Krankheiten, starke psychische Belastung können einen Herz-Blut Mangel hervorrufen, dadurch wird das Herz-Blut unfähig Shen/Geist zu beherbergen.
Neben den Shen/Geist beruhigenden Heilkräutern sollten auch solche zur Behandlung der Wurzel eingesetzt werden.
Heilkräuter Beispiele:
Eschscholzia californica, Lavandula angustifolia, Leonurus cardiaca, Passiflora incarnata, Pulsatilla vulgaris
Klinische Manifestationen:
Schlafstörungen, traumgestörter Schlaf, Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Vergesslichkeit, Schreckhaftigkeit, Ruhelosigkeit, geistige und körperliche Unruhe, psychische Anspannung, Nervosität, Reizbarkeit, Angstzustände, Palpitationen, manische Psychosen, Neurosen, depressive Verstimmung, Wochenbettdepression, Epilepsie
Zunge, Puls: unterschiedlich - je nach Ursache
Hysterie, Nervosität, Insomnia, Schlaflosigkeit
2 Wind-Kälte/Hitze-Nässe eliminieren (Rheuma/Bi-Syndrom)
Schmerzen können wandern oder am Ort fixiert sein. Wind-Kälte-Nässe kann sich in Wind-Hitze-Nässe transformieren.
Je nach Symptombild werden kühle und entzündungshemmende, oder warme und stimulierende, antirheumatische Heilkräuter eingesetzt.
Heilkräuter Beispiele:
Boswellia sacra, Cimicifuga racemosa, Harpagophytum procumbens, Juniperus communis
Klinische Manifestationen:
rheumatische Beschwerden, Muskelrheuma, Myalgie, Muskelschmerz, Spasmen der Sehnen, Taubheit der Muskeln, Weichteilrheumatismus, Fibromyalgie, Gelenkschmerzen, Gelenkrheumatismus, Arthrose, Arthritis, degenerative Gelenkerkrankungen, Gicht, Neuralgien, Ischias
Zunge, Puls: unterschiedlich - je nach Situation und Ursache.
Schmerzen, Fieber hohes, Hyperhidrosis, Schwitzen übermässig, Krämpfe, Meningitis, Hirnhautentzündung, Reizhusten, Kitzelhusten, Krampfhusten, Asthma bronchiale, Magengeschwür, Magenkrämpfe, Gastrointestinaltraktspasmen, Colitis, Enteritis, Darmentzündung, Diarrhö, Durchfall, Unterleibentzündung, Dysmenorrhö, Menstruationsblutung schmerzhaft, Reizblase, Zahnschmerzen, Gesichtsschmerzen, Orchitis, Hodenentzündung, Geschwür, Tumore, Seekrankheit, Nervosität
Kontraindikationen
Wegen der toxischen Eigenschaft wird Hyoscyamus niger nur in prozessierter Form, z.B. spagyrisch, verabreicht.
Nebenwirkungen
Überdosierung kann Erbrechen, Schwindel, und Krämpfe auslösen und sogar den Tod zur Folge haben. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können sein: Verstärkung der anticholinergen Wirkung durch trizyklische Antidepressiva, Amantadin, Antihistaminika, Phenothiazine, Procainamid und Chinidin.
Zubereitung
| spagyrisch | Blätter ( fol. ) | 5-7 Tropfen 3 x tgl. mit wenig Wasser 1- ½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen. |
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