Scutellaria lateriflora
- Helmkraut
- Scutellariae lateriflorae
- Temperaturneutral, kühl
- Geschmackbitter
- FunktionskreisHerz, Leber, Niere
- KategorieHeilkräuter
- FamilieLamiaceae, Lippenblütengewächse
- Pflanzenteileoberirdische Teile
- HerkunftHeimisch in Nordamerika, kultiviert in Europa
Eigenschaften
antipyretisch / fiebersenkend, sedierend / beruhigend, spasmolytisch / krampflösend, sedierend / beruhigend, antiinflammatorisch / entzündungshemmend, nierenanregend
Inhaltsstoffe
Iridoide; Flavonoide; ätherisches Öl; Gerbstoffe
TCM Wirkungen
1 Shen/Geist beruhigen
Unruhiges Shen kann sich aus verschiedenen Ursachen entwickeln. Die Auswahl der Heilkräuter erfolgt entsprechend dem pathologischen Zustand und wird je nach Disharmoniemuster mit entsprechenden weiteren Heilkräutern unterstützt. Häufig besteht eine Disharmonie zwischen Herz und Niere, ein Leber-Blut Mangel, ein Herz-Blut Mangel oder aufbrausendes Feuer des Herzens.
Mangelnde Ernährung, starker Blutverlust, chronische Krankheiten, starke psychische Belastung können einen Herz-Blut Mangel hervorrufen, dadurch wird das Herz-Blut unfähig Shen/Geist zu beherbergen.
Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten warm bis kalt. Ihr Geschmack ist häufig bitter, süss jedoch teilweise auch scharf.
Unruhiges Shen kann sich aus verschiedenen Zusammenhängen heraus entwickeln. Häufig besteht eine Disharmonie zwischen Herz und Niere, ein Mangel an Nieren-Yin, Herz-Blut oder Leber-Blut oder Herz-Feuer.
Mangelnde Ernährung, starker Blutverlust, chronische Krankheiten, starke psychische Belastung können einen Herz-Blut Mangel hervorrufen, dadurch wird das Herz-Blut unfähig Shen/Geist zu beherbergen.
Neben den Shen/Geist beruhigenden Heilkräutern sollten auch solche zur Behandlung der Wurzel eingesetzt werden.
Heilkräuter Beispiele:
Eschscholzia californica, Lavandula angustifolia, Leonurus cardiaca, Passiflora incarnata, Pulsatilla vulgaris
Klinische Manifestationen:
Schlafstörungen, traumgestörter Schlaf, Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Vergesslichkeit, Schreckhaftigkeit, Ruhelosigkeit, geistige und körperliche Unruhe, psychische Anspannung, Nervosität, Reizbarkeit, Angstzustände, Palpitationen, manische Psychosen, Neurosen, depressive Verstimmung, Wochenbettdepression, Epilepsie
Zunge, Puls: unterschiedlich - je nach Ursache
Nervosität, Anspannung nervlich, Nervenkrankheit, Zentralnervensystemstörungen, Reizbarkeit, Insomnia, Schlaflosigkeit, Hysterie, Angst, Panikattacke, Epilepsie, Fieber, Schüttelfrost
2 Qi regulieren und bewegen
Eine Qi-Stagnation kann durch Bewegungsmangel, durch alle starken Emotionen und Qi-Mangel entstehen. Darüber hinaus führen äussere pathogene Faktoren sowie pathogener Schleim fast immer zu einer Qi-Stagnation. Typischerweise verschlechtern sich alle Symptome bei Druck und Stress, sie bessern durch Bewegung.
Rebellierendes Qi kann durch verschiedenste Ursachen den Magen und die Lunge belasten und kann bei deren Syndrommustern auftreten.
Heilkräuter Beispiele:
Alchemilla xanthochlora, Centella asiatica, Chamomilla recutita, Marrubium vulgare, Origanum majorana, Vitex agnus-castus
Klinische Manifestationen:
Leber-Qi-Stagnation:
emotionale Schwankungen, Irritiertheit und emotionale Ausbrüche, stimmungslabil, reizbar, Frustration, Depression, Seufzen, Spannungsgefühl und Schmerzen im Hypochondrium, Interkostalneuralgie, Erstickungsgefühl, PMS, Brustknoten, Dysmenorrhö, unregelmässige Menstruation, Amenorrhö, Hypomenorrhö, Globusgefühl im Hals, Druck im Solarplexus, Struma, Schluckschwierigkeiten, Mastitis, Laktationsstörung, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Tinnitus, Hyperthyreose, Verstopfung (schafskotähnlich), Colon irritabile, Hernienschmerz, Menopausebeschwerden
Zunge: normal, Zungenränder ev. rot oder rote Punkte
Puls: drahtig
Qi-Stagnation des Dünndarms:
Verstopfung, Druck verschlechtert, fehlende Stuhl- und Gaspassage, Darmparasiten, Koterbrechen
Verschluss, akute Blinddarmentzündung
Zunge: normal, Belag: weiss oder gelb
Puls: drahtig
Rebellierendes Magen-Qi
Übelkeit, Erbrechen, Rülpsen, saures Aufstossen, Völlegefühl, Spannung und Schmerz im Epigastrium und Bauch, Diarrhöe oder Verstopfung
Zunge: unterschiedlich
Puls: drahtig
Rebellierendes Lungen-Qi
Asthma, Husten, Erstickungsgefühl in der Brust
Zunge: unterschiedlich
Puls: drahtig
PMS, Prämenstruelles Syndrom, Brustschmerz, Dysmenorrhö, Menstruationsblutung schmerzhaft, Oligomenorrhö, Menstruationsblutung verspätet, Spannung nervlich bedingt, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Muskelzuckung, Suchtentzug, Barbituraten-Entzug, Tranquillizer-Entzug
Kontraindikationen
Nicht während der Schwangerschaft anwenden.
Nebenwirkungen
Überdosierung kann zu Schwindel und Herzrasen führen.
Blutgruppenverträglichkeit
- Blutgruppe 0: +
- Blutgruppe A: +
- Blutgruppe B: -
- Blutgruppe AB: -
Zubereitung
| Tinktur | Blatt frisch ( folia rec. ) | 10-30 Tropfen 3 x tgl. mit Wasser 1- ½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen. |
| spagyrisch | ganze Pflanze ( plan. tot. ) | 5-7 Tropfen 3 x tgl. mit Wasser 1-½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen. |
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