Valeriana officinalis

Valeriana officinalis

  • Baldrian
  • Valerianae

    Humorale Qualität

    kühlend °2, wärmend °2; trocknend 0°, befeuchtend/nährend 2-3°

    TCM Temperatur

    kühl

  • Geschmackbitter, süss
  • FunktionskreisHerz, Leber, Magen, Gedärme, Milz, Lunge
  • KategorieHeilkräuter
  • FamilieValerianaceae, Baldriangewächse
  • Pflanzenteileunterirdische Teile, Rhizom mit Wurzeln
  • HerkunftHeimisch in Europa und den gemässigten Regionen Asiens, kultiviert in Europa, USA und Japan

Eigenschaften

sedierend / beruhigend, antipyretisch / fiebersenkend, spasmolytisch / krampflösend, carminativ / blähungs- und gärungswidrig, stimulierend, analgetisch / schmerzstillend

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl mit Borneylisovalerianat und freier Isovaleriansäure (beide verantwortlich für den typischen Baldriangeruch, der beim Trocknen der Droge auftritt); Valerensäuren (Sesquiterpene); Valepotriate (Iridoide) wie Valtrat (wegen der Instabilität dieser Verbindungen sind in Extrakten und Tinkturen nur deren Abbauprodukte, so genannte Baldrinale, enthalten (s. hierzu auch Centranthus ruber S. 260); geringe Mengen Pyridinalkaloide, Phenolcarbonsäuren

TCM Wirkungen

1 Shen/Geist beruhigen

Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten meist neutral bis kühl, manchmal sogar warm. Ihr Geschmack ist häufig bitter, süss jedoch teilweise auch scharf.
Unruhiges Shen kann sich aus verschiedenen Ursachen entwickeln. Die Auswahl der Heilkräuter erfolgt entsprechend dem pathologischen Zustand und wird je nach Disharmoniemuster mit entsprechenden weiteren Heilkräutern unterstützt. Häufig besteht eine Disharmonie zwischen Herz und Niere, ein Leber-Blut Mangel, ein Herz-Blut Mangel oder aufbrausendes Feuer des Herzens.
Mangelnde Ernährung, starker Blutverlust, chronische Krankheiten, starke psychische Belastung können einen Herz-Blut Mangel hervorrufen, dadurch wird das Herz-Blut unfähig Shen/Geist zu beherbergen.


Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten warm bis kalt. Ihr Geschmack ist häufig bitter, süss jedoch teilweise auch scharf.
Unruhiges Shen kann sich aus verschiedenen Zusammenhängen heraus entwickeln. Häufig besteht eine Disharmonie zwischen Herz und Niere, ein Mangel an Nieren-Yin, Herz-Blut oder Leber-Blut oder Herz-Feuer.
Mangelnde Ernährung, starker Blutverlust, chronische Krankheiten, starke psychische Belastung können einen Herz-Blut Mangel hervorrufen, dadurch wird das Herz-Blut unfähig Shen/Geist zu beherbergen.
Neben den Shen/Geist beruhigenden Heilkräutern sollten auch solche zur Behandlung der Wurzel eingesetzt werden.

Heilkräuter Beispiele:
Eschscholzia californica, Lavandula angustifolia, Leonurus cardiaca, Passiflora incarnata, Pulsatilla vulgaris

Klinische Manifestationen:
Schlafstörungen, traumgestörter Schlaf, Müdigkeit, Erschöpfungszustände, Vergesslichkeit, Schreckhaftigkeit, Ruhelosigkeit, geistige und körperliche Unruhe, psychische Anspannung, Nervosität, Reizbarkeit, Angstzustände, Palpitationen, manische Psychosen, Neurosen, depressive Verstimmung, Wochenbettdepression, Epilepsie

Zunge, Puls: unterschiedlich - je nach Ursache

Nervosität, Unruhe mit Hitzegefühl, Insomnia, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Energiemangel, Erschöpfung, Neurasthenie, Nervenschwäche, Überanstrengung geistig, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Stress, Hysterie, Panikattacke, Herzschmerzen nervlich bedingt, Ohnmacht, Menstruationsblutung mit Erregbarkeit, Gravidität, Schwangerschaft, Menopausensyndrom, Wechseljahrbeschwerden, Klimakterium, Hitzewallungen, Angst, Anspannung, Colon irritabile, Ulkus, Depressionen, Niedergeschlagenheit, Trauma, Schock, Unfallfolgen, Gedächtnisschwäche, Vergesslichkeit

1 Inneren Wind unterdrücken

Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten kalt bis heiss. Ihr Geschmack ist meist bitter, scharf oder süss. Diese Heilkräuter wirken spasmolytisch, beruhigend, häufig blutdrucksenkend und senken das Leber-Yang.
Innerer-Leber-Wind ist en sekundärer pathogener Faktor und kann aus aufsteigendem Leber-Yang, loderndem Leber-Feuer oder Leber-Blut-Mangel zusammen mit starken emotionalen Einflüssen, Stress, Überanstrengung oder exzessivem Alkoholkonsum entstehen .
Je nach Disharmoniemuster werden entsprechende Heilkräuter kombiniert.

Heilkräuter Beispiele:
Atropa belladonna, Chamomilla recutita, Piscidia piscipula, Viburnum opulus

Klinische Manifestationenen:
Innerer Wind durch aufsteigendes Leber-Yang oder Leber-Feuer:
Migräne, Schwindel, Hypertonie, Lichtempfindlichkeit, Sprachstörungen, Aphasie, Zungensteifigkeit, Krampfanfälle, Zittern, Parästhesien, Apoplex, Hemiplegie, Epilepsie
Zunge: rot, trocken, Beweglichkeit eingeschränkt, zieht nach einer Seite, zittert; Belag: bei aufsteigendem Leber-Yang: ganz oder teilweise belaglos; bei Leber-Feuer: gelb, trocken
Puls: drahtig, schnell; bei aufsteigendem Leber-Yang: dünn; bei Leber-Feuer: voll

Innerer Wind durch Leber-Blut Mangel:
Urtikaria mit starkem Juckreiz, Tremor der Extremitäten, Tics, Muskelzuckungen, Krämpfe, Spasmen, Parästhesien, Schwindel, Sehstörungen, Sprachstörungen, Stottern, Zungensteifigkeit, Epilepsie, Apoplex
Zunge: blass, zittert; Belag:wenig oder belaglos, trocken
Puls: dünn, drahtig

Hypertonie, Bluthochdruck, Schwindel, Spasmen, Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgie, Magenkrämpfe nervlich bedingt, Darmkrämpfe, Römheld Syndrom, Uteruskrampf, Epilepsie, Muskelverspannung, Muskelhartspann, Muskelkrämpfe, Asthma bronchiale Leber attackiert Lunge, Rheuma, Arthritis, Dysmenorrhö, Menstruationsblutung schmerzhaft, Herpes zoster, Gürtelrose

2 Hitze eliminieren, die durch Yin-Mangel verursacht wird

Diese Heilkräuter sind im Temperaturverhalten meist kühl bis kalt. Ihr Geschmack ist meist bitter und süss.
Die Hitze aus dem Yin-Mangel manifestiert sich vorwiegend im Herzen, im Magen, in der Niere, und in der Lunge. Zu einer Yin-Mangel-Hitze können langanhaltende fieberhafte Erkrankungen, chronische Überarbeitung, Stress, unregelmässiges Essen, Drogen, oder übermässiger Alkoholkonsum führen.
Heilkräuter, die Hitze aus Yin-Mangel eliminieren, können auch bei aufsteigendem Leber-Yang aus Blut- oder Yin-Mangel eingesetzt werden.
Um die Wurzel zu behandeln, werden meist Yin tonisierende Heilkräuter dazu gegeben.

Heilkräuter Beispiele:
Cimicifuga racemosa, Humulus lupulus, Melissa officinalis, Salvia officinalis

Klinische Manifestationen:
Arthritis, Fieber, Fieber in der Nacht, Nachmittagsfieber, fiebrige Empfindungen an Handflächen, Fusssohlen und auf der Brust, nächtliches Schwitzen, Wangenrötung, Durst

Leere Hitze im Magen und in den Gedärmen:
Magenschleimhautentzündung, Magengeschwür, Sodbrennen, Dyspepsie, trockener Stuhl, trockene Verstopfung, Zöliakie

Leere-Hitze in der Lunge:
trockener Husten, Husten mit Blut, Heiserkeit

Leere-Hitze im Herz:
Palpitationen, Schlafstörungen mit vielen Träumen, Vergesslichkeit

Aufsteigendes Leber-Yang:
Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus, Schwerhörigkeit, innere Unruhezustände, Wutausbrüche, Reizbarkeit, trockene gerötete Augen, Sehstörungen, Hypertonie

Puls: schnell, dünn
Zunge: rot, belaglos, Risse

Hyperthyreose, Schilddrüsenüberfunktion, Palpitationen, Angina pectoris, Angst, Unruhe innere, Erregbarkeit, Nervosität, Neurasthenie, Nervenschwäche, Verwirrtheit, Hysterie, Nachtschweiss, Menopausensyndrom, Wechseljahrbeschwerden, Klimakterium, Kurzatmigkeit, Gastritis, Magenschleimhautentzündung, Ulkus

TEN Wirkungen

1 befeuchten / nähren und kühlen

Befeuchten / nähren:
Unter Befeuchten ist die Anregung der eigenständigen Säfte- und Stoffneubildung des Körpers zu verstehen. Nähren dagegen umschreibt die Zuführung von Säften und Stoffen von ausserhalb wie z.B. Phytoöstrogene.

Kühlen:
Kühlen bezieht sich auf die energetische Wirkung, die Temperatur und die Reduktion der Aktivität von Lebensprozessen. Kühlen heisst auch, Säfte zu verdicken.

Nervosität, Unruhe mit Hitzegefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Unruhe innere, Stress, Hysterie, Panikattacke, Herzschmerzen nervlich bedingt, Erregbarkeit in der Gravidität, Schwangerschaft, Menstruationsblutung mit Erregbarkeit, Angst, Anspannung, Colon irritabile, Insomnia, Schlaflosigkeit, Menopausensyndrom, Wechseljahrbeschwerden, Klimakterium, Hitzewallungen, Nachtschweiss, Schwindel, Spasmen, Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgie, Magenkrämpfe nervlich bedingt, Darmkrämpfe, Römheld Syndrom, Uteruskrampf, Epilepsie, Muskelverspannung, Muskelhartspann, Muskelkrämpfe, Asthma bronchiale, Kurzatmigkeit, Hyperthyreose, Schilddrüsenüberfunktion

2 befeuchten / nähren und wärmen

Befeuchten / nähren:
Unter Befeuchten ist die Anregung der eigenständigen Säfte- und Stoffneubildung des Körpers zu verstehen. Nähren dagegen umschreibt die Zuführung von Säften und Stoffen von ausserhalb wie z.B. Phytoöstrogene.

Wärmen:
Wärmen umschreibt sowohl die energetische und temperaturbezogene Wärme wie auch den bewegenden Aspekt. Wärmen bedeutet auch, Säfte zu verdünnen und zu verteilen.

Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Energiemangel, Erschöpfung, Neurasthenie, Nervenschwäche, Überanstrengung geistig, Konzentrationsstörungen, Ohnmacht, Depressionen, Niedergeschlagenheit, Trauma, Schock, Unfallfolgen, Gedächtnisschwäche, Vergesslichkeit, Rheuma, Arthritis, Hypertonie, Bluthochdruck, Palpitationen, Angina pectoris, Dysmenorrhö, Menstruationsblutung schmerzhaft

3 Schärfen ausleiten und kühlen

Schärfen ausleiten:
Schärfen sind gewebereizende Stoffe, welche oft eine Entzündungsreaktion auslösen können. Man kann sie unterscheiden in körperfremde Schärfen wie Bakterien oder Schwermetalle und körpereigene Schärfen, wie z.B. Harnsäure oder Stoffwechselendprodukte.

Kühlen:
Kühlen bezieht sich auf die energetische Wirkung, die Temperatur und die Reduktion der Aktivität von Lebensprozessen. Kühlen heisst auch, Säfte zu verdicken.

Herpes zoster, Gürtelrose, Gastritis, Magenschleimhautentzündung, Ulkus

TCM Nebenwirkungen

Verstärkung der sedativen Wirkung von Benzodiazepinen (Valium etc.). In seltenen Fällen kann es zu gastrointestinalen Beschwerden, sehr selten zu Kontaktallergien kommen. Bei längerer Anwendung können folgende Symptome auftreten: Kopfschmerzen, Unruhezustände, Schlaflosigkeit, Mydriasis, Störungen der Herztätigkeit. Bei grösseren Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, schweren fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Hypertonie sollten Vollbäder mit Zusatz des ätherischen Öls oder von Extrakten mit Vorsicht angewendet werden.

TEN Nebenwirkungen

Verstärkung der sedativen Wirkung von Benzodiazepinen (Valium etc.). In seltenen Fällen kann es zu gastrointestinalen Beschwerden, sehr selten zu Kontaktallergien kommen. Bei längerer Anwendung können folgende Symptome auftreten: Kopfschmerzen, Unruhezustände, Schlaflosigkeit, Mydriasis, Störungen der Herztätigkeit. Bei grösseren Hautverletzungen, akuten Hauterkrankungen, schweren fieberhaften und infektiösen Erkrankungen, Herzinsuffizienz und Hypertonie sollten Vollbäder mit Zusatz des ätherischen Öls oder von Extrakten mit Vorsicht angewendet werden.

Blutgruppenverträglichkeit

  • Blutgruppe 0: +
  • Blutgruppe A: ++
  • Blutgruppe B: +
  • Blutgruppe AB: +
    • Zubereitung

      Aufguss / InfusWurzelstock trocken ( rhizoma sicc. )1 TL mit 250 ml Wasser, 5-10 Minuten köcheln lassen, täglich 1-2 Tassen trinken.
      TinkturWurzelstock frisch ( rhizoma rec. )10-30 Tropfen 3 x tgl. mit Wasser 1-½ Stunde vor oder nach den Mahlzeiten einnehmen.

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  1. Diese Datenbank enthält einzigartige topaktuelle Informationen über die Wirkungen von Nahrungsmitteln, Heilkräutern, Rezepturen, Gewürzen und Kochrezepten, wie sie in der TCM und der westlichen Sichtweise verstanden werden können. Die gesamte Materia Medica (Heilkräuter) und Materia Diätetica (Nahrungsmittel) und Materia Condimenta (Gewürze) der Heilpraktikerschule Luzern, sowie sämtliche Heilkräuterrezepturen welche von Ulrike von Blarer Zalokar zusammengestellt wurden, alle Kochrezepte des Buches "EssenZ aus der Küche" und vieles mehr sind Inhalt dieser laufend aktualisierten Datenbank.
  2. Fast sämtliche Nahrungsmittel wurden in der Arbeitsgruppe Nahrungsmittel der SBO-TCM (Schweizerische Berufsorganisation für Chinesische Medizin) für den Aufbau einer einheitlichen Verbandsprüfung klassifiziert. Den aktiven Mitgliedern (Ulrike von Blarer Zalokar, Eve Rüegg, Barbara Fendrich, Petra Kamb und Karin Haas) sei für den unermüdlichen Einsatz von 58 ganztägigen Sitzungen und fast unendlich viel sonstiger Recherchearbeit gedankt. Von der Arbeitsgruppe verwendete Quellen- und Literaturliste
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